Donnerstag, 17. Oktober 2019
Sonntag, 13. Oktober 2019
Samstag, 6. April 2019
Donnerstag, 31. Januar 2019
Dienstag, 29. Januar 2019
Chef vom Dienst | Reden | Rede von Bundeskanzlerin Merkel zur Auszeichnung mit dem J. William Fulbright Prize for International Understanding 2018 am 28. Januar 2019 in Berlin
Chef vom Dienst | Reden | Rede von Bundeskanzlerin Merkel zur Auszeichnung mit dem J. William Fulbright Prize for International Understanding 2018 am 28. Januar 2019 in Berlin
Rede von Bundeskanzlerin Merkel zur Auszeichnung mit dem
Rede von Bundeskanzlerin Merkel zur Auszeichnung mit dem
J. William Fulbright Prize for International Understanding 2018 am 28. Januar 2019 in Berlin
- Redner:
- Angela Merkel
- Gehalten:
- 28. 01. 2019
- Ort:
- Berlin
Sehr geehrte Frau Schmider,
sehr geehrter Herr Philipp,
Herr Bader,
Herr Schmidt,
sehr geehrte Frau Amanpour,
sehr geehrter Herr Botschafter Grenell,
meine Damen und Herren,
liebe Fulbright Community,
werte Gäste,
das ist ein bewegender Moment. Ich möchte Ihnen dafür danken, dass Sie zum Teil eine sehr weite Reise auf sich genommen haben, um mich und damit ja ein Stück weit auch Deutschland hier zu ehren.
Sie haben das wunderbar choreografiert. Mit Herrn Pauser ist jemand hier, der aus meinem Wahlkreis kommt. Greifswald gehört dazu. Es gibt wirklich bewegende Geschichten darüber, wie es heute möglich ist, dass ein Ort – zugegeben: eine ehrwürdige Hansestadt; aber eben ein Ort in Vorpommern – in die Welt eingemeindet ist. Dann natürlich die Grüße von Renée Fleming, deren Gesang ich so schätze. Es ist wunderbar, auch sie sozusagen unter uns zu haben. Und dann Sie, liebe Frau Amanpour, mit Ihrer Laudatio. Sonst sieht man sich nur im Fernsehen und meistens aus der Entfernung. Danke dafür, dass Sie heute hier sind und meine politische Arbeit gewissermaßen eingeordnet haben.
Der Fulbright-Preis steht exemplarisch dafür, wie wichtig internationale Verständigung ist. Verständigung allein ist, wie man in der Mathematik sagen würde, nicht hinreichend, aber notwendig für ein friedliches Zusammenleben – im Kleinen genauso wie im Großen. William Fulbright hatte als junger Stipendiat und Student in Oxford selbst erlebt, wie über Grenzen und Kontinente hinweg durch Begegnung und Verständigung letztlich Verständnis und Vertrauen entstehen können. Mit dieser Erfahrung hat er kurz nach dem Zweiten Weltkrieg ein Programm initiiert, das bis heute zu den erfolgreichsten Austauschprogrammen zählt, die wir kennen.
Ich finde, wir müssen uns immer wieder in diese Zeit hineinversetzen – kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Eigentlich war es eine Zeit, in der wir erwarten konnten, dass Hass, dass missliche Gefühle die Oberhand gewinnen würden. Doch es gab Menschen – und von ihrem Wirken zehren wir heute noch –, die in dieser katastrophalen Situation – aus der Perspektive der Deutschen mit Blick auf das, was sie angerichtet hatten – Versöhnung und Verständigung möglich gemacht haben.
Verständigung und Verständnis lassen sich durch Staaten und Programme fördern, aber sie lassen sich nicht vorschreiben. Deshalb braucht es immer Menschen, die sich für andere mit ihren Sichtweisen und Erfahrungen offen zeigen. Es braucht Schüler, Studierende, Professoren und Berufstätige aller Art, die den Mut haben, sich auf Neues einzulassen, Fremdsprachen zu lernen, in anderen Ländern zu leben, zu arbeiten und sich dort etwas aufzubauen. Was für ein Erfolgserlebnis ist es, wenn das gelingt – vor allem dann, wenn aus neuen Bekanntschaften Freundschaften werden.
Solche Erfahrungen prägen ein ganzes Leben lang. Es bleiben Offenheit gegenüber anderen Kulturen, Sympathie für andere Länder und auch ein Gefühl der Dankbarkeit für die Chance der Erweiterung des eigenen Horizonts. Wenn man einmal irgendwo anders ist, dann kann man seine Vorurteile eben nicht mehr so pflegen, sondern dann muss man mit der Realität leben. Auge in Auge sagt sich manches viel schwieriger als aus der Distanz; das kennen wir alle. Ich denke, dass diese Erfahrungen gerade heute, in unserer Zeit, wieder auf die Tagesordnung müssen und dass wir darüber reden müssen. Denn wer sich andernorts auf Land und Leute einlässt, wird dort ja auch als Botschafter wahrgenommen, der dem Leben in seiner Heimat Stimme und Gesicht verleiht. Umgekehrt hat, wer wieder nach Hause zurückkehrt, im Gepäck auch einen neu gewonnenen Erfahrungsschatz, den er mit anderen teilen kann.
Das heißt, jeder einzelne gelungene Austausch fördert das Kennen- und Verstehenlernen zwischen unseren Ländern. Jeder Kontakt, jede Freundschaft ist ein Band im Netz internationaler Beziehungen. Senator Fulbright glaubte fest an eine solche Bürgerdiplomatie – an die Idee, dass nicht nur Politiker und Diplomaten zum Frieden beitragen, sondern alle Bürgerinnen und Bürger, die grenzüberschreitend freundschaftliche Beziehungen aufbauen und pflegen.
Das sagt sich so leicht. Doch hinter dieser Weltoffenheit steht eine große kulturelle Leistung – eine Leistung, die gerade auch Amerikaner und Deutsche immer wieder unter Beweis stellen. So sehen viele US-Bürger in Deutschland eine zweite Heimat. Allein in Berlin leben etwa 20.000 Amerikaner. 10.000 Deutsche studieren an amerikanischen Hochschulen und sogar noch mehr junge Amerikaner bei uns, nämlich 12.600. Amerikaner und Deutsche studieren, forschen und arbeiten miteinander. Damit beleben und erneuern sie unsere Beziehungen jeden Tag.
Dazu trägt das Fulbright-Programm entscheidend bei. Der Austausch mit Deutschland ist besonders intensiv. Über 46.000 Stipendien hat die Fulbright-Kommission an Deutsche und Amerikaner bislang vergeben. Daran lässt sich auch das große Interesse füreinander ablesen. Es kommt eben nicht von ungefähr, dass die Vereinigten Staaten und Deutschland einander in Partnerschaft und Freundschaft verbunden sind – und das seit nunmehr über 70 Jahren.
Bereits 1946, nur ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkriegs, startete das Fulbright-Programm. Im selben Jahr hielt der damalige Außenminister James Francis Byrnes in Deutschland eine Rede, die – das war 1946 – mit den Worten endete – ich zitiere: „Das amerikanische Volk wünscht, dem deutschen Volk die Regierung Deutschlands zurückzugeben. Das amerikanische Volk will dem deutschen Volk helfen, seinen Weg zurückzufinden zu einem ehrenvollen Platz unter den freien und friedliebenden Nationen der Welt.“ Es waren Worte, die als „Speech of Hope“ bekannt wurden: Hoffnung auf Zukunft für ein Land, das von einem Krieg zerstört war, den es selbst entfesselt hatte; Hoffnung für ein Land, das staatlich, wirtschaftlich und moralisch am Boden lag.
Warum aber sollte diesem Land, dem vormaligen Kriegsgegner, der so viel Leid über die Welt gebracht hatte, zu einer besseren Zukunft verholfen werden? Nachvollziehbare Bedenken und Zweifel gab es mehr als genug. Dass die Antwort dennoch positiv ausfiel, war außerordentlichem Mut und politischer Weitsicht zu verdanken. Deutschland sollte sein Schicksal wieder in die eigenen Hände nehmen. Es sollte eine Demokratie aufbauen. Es sollte so zu einem Partner heranwachsen, der Teil einer freiheitlichen und prosperierenden europäischen Realität ist. So hat unser Land in besonderer Weise erfahren, wie wichtig Zutrauen und Vertrauen sind. Das ist es, was die Vereinigten Staaten und auch die anderen westlichen Alliierten Deutschland entgegenbracht haben; und zwar in Wort und Tat. Das Fulbright-Programm ist Ausdruck dessen.
Ich erinnere an dieser Stelle etwa auch an den Marshall-Plan und an die vielen alliierten Soldaten, die im Kalten Krieg in Deutschland stationiert waren. Denken wir an die Luftbrücke, die vor 70 Jahren das abgeriegelte Berlin mit dem Notwendigsten versorgte und die Hoffnung der Stadt auf Freiheit am Leben erhielt. Unvergessen bleibt auch das legendäre Bekenntnis des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy: „Ich bin ein Berliner.“
2019, am 9. November, jährt sich der Berliner Mauerfall zum 30. Mal. Wir befinden uns hier an einem symbolträchtigen Ort, nämlich in der Nähe des Brandenburger Tors. Dieses jahrzehntelang geschlossene und nun fast 30 Jahre offene Tor ist ein Symbol – ein Symbol für die Freiheit dieser Stadt, für die Wiedervereinigung Deutschlands, für die Überwindung der Teilung Europas und dafür, dass dies alles gelingen konnte, weil sich unsere amerikanischen Freunde unermüdlich für ein freies Europa ausgesprochen und dieses Europa stark gemacht haben. Wir Deutsche werden das nicht vergessen.
Als ich jüngst aus traurigem Anlass in Washington war, zur Beerdigung von George Bush, konnten wir uns noch einmal daran erinnern, dass es unter den westlichen Alliierten ganz wesentlich er war, der sich zusammen mit Helmut Kohl für die Deutsche Einheit eingesetzt und uns damals „Partnership in Leadership“ offeriert hat.
All das ist unsere Geschichte, die auch Teil unserer Gegenwart ist. Aber wir sehen auch, dass bei der jungen Generation die transatlantische Partnerschaft nicht mehr dieselbe Selbstverständlichkeit genießt wie bei Älteren. Wir sehen, dass sich die Prioritäten in der Sicherheitspolitik gerade aus amerikanischer Sicht – und aus gutem Grund – verändert haben. Der pazifische Raum ist genauso herausfordernd wie der europäische Raum. Nach dem Ende des Kalten Krieges haben sich die Relationen verschoben.
Wir sind natürlich – das war übrigens auch schon früher so – nicht immer einer Meinung, was die Abwägung und Abgleichung zwischen nationalen und internationalen Interessen angeht. Ich darf Ihnen aber sagen, dass Deutschland sukzessive, insbesondere seit dem Ende des Kalten Krieges, mehr Verantwortung übernommen hat. Von Frau Amanpour wurde gerade daran erinnert, wie es war, als die ersten deutschen Truppen im Kosovo eintrafen. Ich war damals junges Mitglied in der Bundesregierung. Wir haben hart um die Frage gerungen, ob wir Schiffe zur Beobachtung dessen, was auf dem westlichen Balkan passiert, auf die Adria lassen. Wir sind heute ganz selbstverständlich mit unseren Verbündeten nicht nur auf dem westlichen Balkan tätig, sondern wir sind in Afghanistan, um dort zum ersten Mal nach Artikel 5 des Nordatlantikvertrags die Interessen der Vereinigten Staaten und unsere eigenen zu verteidigen. Wir sind in Afrika, in Mali. Und wir wissen, dass wir noch mehr tun müssen. Wir wollen und wir werden Verantwortung übernehmen. Das zeigt sich sowohl in steigenden Budgets für die Sicherheitsausgaben als auch in steigenden Budgets für die Entwicklungshilfe. Es ist unsere gemeinsame Sicherheit, die wir verteidigen müssen und wollen, weil wir auch unsere Werte verteidigen wollen.
Aber 80 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs scheinen die Lehren aus der Geschichte etwas blasser zu werden und nicht mehr die gleiche prägende Kraft zu haben. Wir haben unter uns immer weniger Zeitzeugen der unfassbaren Verbrechen, die Deutsche während des Nationalsozialismus verübt haben. Es werden immer weniger, die damals am eigenen Leib erfahren mussten, welche ungeheure Lawine der Zerstörung eine menschenverachtende Ideologie auslösen kann.
Deshalb müssen wir, diejenigen, die heute Verantwortung tragen, die Lehren aus dem, was die Welt mit dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg erlebt hat, weitertragen. Wir müssen dafür Verantwortung übernehmen, dass es auch weiter friedlich vorangeht. Wir dürfen uns heute glücklich schätzen, dass wir in unseren Ländern in Frieden und Freiheit leben können. Aber das ist eben nicht selbstverständlich, sondern dafür muss immer wieder gearbeitet werden. Wir müssen aufmerksam bleiben – aufmerksam gegenüber gesellschaftlichen Entwicklungen innerhalb und außerhalb unserer Länder.
Wir gewärtigen – das gehört zur Analyse der heutigen Zeit – in vielen Ländern, auch bei uns in Deutschland, Populismus und ausgrenzenden Nationalismus. Wir stellen fest, dass das Denken in nationalen Einflusssphären zunimmt und damit auch völkerrechtliche oder menschenrechtliche Grundsätze zur Disposition gestellt werden. Dem müssen wir uns entschieden entgegenstellen.
Wir sollten und müssen uns daran erinnern, warum die Vereinten Nationen, warum die Welthandelsorganisation und andere internationale Institutionen gegründet wurden. Das waren die Lehren aus den Schrecken des Nationalsozialismus, des Zweiten Weltkriegs und des überbordenden Nationalismus. Miteinander zu handeln, der Multilateralismus – das war die Antwort auf die Schrecknisse der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das gilt, jedenfalls für mich, uneingeschränkt bis heute. Wir brauchen internationale Spielregeln, um widerstreitende Interessen friedlich zu lösen.
Daher brauchen wir handlungsfähige internationale Institutionen. Selbstverständlich müssen diese internationalen Institutionen auch in der Lage sein, auf neue Herausforderungen zu reagieren. Sie müssen reformierbar sein; und sie müssen sich fortentwickeln. Denn auch die Herausforderungen, vor denen wir als Weltgemeinschaft stehen, ändern sich mit der Zeit. Das sind Herausforderungen, die sich nach meiner festen Überzeugung in nationalen Alleingängen nicht bewältigen lassen. Das sind Herausforderungen, die uns alle in die Pflicht und Verantwortung nehmen. Wir können nicht so tun – kein Land kann das –, als ob sie uns nichts angingen – das sage ich auch ganz bewusst für Deutschland – oder als wären sie schicksalhaft, sodass man an ihnen nichts ändern könnte. Nein, Globalisierung, Digitalisierung und wirtschaftliche Entwicklung sind menschengemacht. Klimawandel, Kriege und Krisen sind auch von Menschen verursacht. Also können und sollten wir auch alles Menschenmögliche unternehmen, um diese und andere gemeinsame Herausforderungen auch wirklich gemeinsam anzugehen.
Deshalb werbe ich dafür, dass es in unserer so vielfältig vernetzten Welt möglich ist, im globalen Gemeinwohl auch nationales Gemeinwohl zu erkennen. Natürlich hat jedes Land seine eigenen politischen Prioritäten. Aber globale Notwendigkeiten und nationale Interessen müssen keineswegs im Widerspruch zueinander stehen. Im Gegenteil: sich für das globale Gemeinwohl einzusetzen, hat nach meiner festen Überzeugung auch positive Rückwirkungen auf das nationale Gemeinwohl. Patriotismus heißt für mich, die eigenen Interessen immer auch zusammen mit den Interessen anderer zu denken. Deshalb werde ich nicht müde, immer wieder auch für eine Stärkung der multilateralen, werte- und regelgebundenen Weltordnung zu werben.
Meine Damen und Herren, das gilt auch für die Europäische Union. Auch sie ist als Lehre aus den Schrecknissen des 20. Jahrhunderts gegründet worden. Auch Europa ist sozusagen ein multilaterales Projekt. Auch Deutschland geht es auf Dauer nur gut, wenn es auch Europa gutgeht. Ich bin davon überzeugt, dass die Idee der europäischen Integration die beste Idee ist, die wir je auf unserem Kontinent hatten.
Natürlich müssen wir auf dem Weg der Weiterentwicklung der Europäischen Union auch Rückschläge verkraften. Für mich gehört die Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger Großbritanniens, aus der Europäischen Union auszuscheiden, zu diesen Rückschlägen. Aber sie ist zu respektieren. Deshalb werden wir auch alle Kraft darauf setzen, auch nach dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union gute und vertrauensvolle Beziehungen zu unserem Nachbarland zu haben. Theresa May sagt nicht ohne Grund: Wir bleiben weiterhin Teil Europas. Diese Beziehungen wollen wir im wirtschaftlichen Bereich, in den Kontakten zwischen unseren Zivilgesellschaften, im Sicherheitsbereich, im außenpolitischen Bereich und in vielen anderen Bereichen eng gestalten.
Natürlich ist Europa auch oft umständlich. Ich habe genügend Nächte damit verbracht und versucht, Verhandlungsergebnisse zu erzielen. Aber wir haben auch immer wieder bewiesen, dass wir in der Lage sind, Kompromisse zu erzielen. So finden wir gemeinsam auch immer wieder tragfähige Antworten auf Fragen, mit denen jedes einzelne Land allein überfordert wäre.
Meine Damen und Herren, wir diskutieren im Augenblick ja wieder über scheinbare Selbstverständlichkeiten. Auch die Frage der Werthaltigkeit eines Kompromisses gehört dazu. Wir sollten den Kompromiss hochschätzen. Denn er ist essenziell für das Zusammenleben der Menschen. Wir könnten sagen: Dieses und jenes in Europa zu machen, ist uns zu kompliziert; wir machen das in Deutschland. Aber dann würde man feststellen, dass Bund und Länder ebenfalls Nächte brauchen, um miteinander zu Ergebnissen zu kommen. Und wenn wir dann sagen würden, dass wir nur noch innerhalb der Bundesregierung verhandeln, dann würden wir feststellen, dass wir nächtliche Koalitionsausschüsse brauchen. Wenn wir letztlich sagen würden, dass wir überhaupt keinen Kompromiss brauchen, auch keinen außerhalb der Politik, dann sei etwa nur an die Planung der Wochenendgestaltung einer durchschnittlichen Familie erinnert. Ohne Kompromiss kommt auch nie ein Gericht auf den Mittagstisch. Ohne Kompromiss gibt es keine Gemeinsamkeit. Das heißt, wenn der Mensch zum Schluss ganz allein sein will, muss er keinen Kompromiss machen, sofern er nicht schizophren ist. Aber sobald er mit jemandem zusammenleben will, muss man Kompromisse machen.
Meine Damen und Herren, in dieser Welt des Wandels kann nur ein geeintes Europa ein starkes Europa sein – ein Europa, das sich frei und selbstbestimmt mit seinen Werten behaupten kann. Auch als Partner und Freund der Vereinigten Staaten kann Europa nur so stark sein, wie es einig ist. Die transatlantische Partnerschaft baut auf einem gemeinsamen Wertefundament auf – auf Demokratie, auf Menschen- und Freiheitsrechten. Weil das so ist, können wir uns – Deutschland, Europa und die Vereinigten Staaten – keine besseren Partner füreinander wünschen. Das sollten wir trotz aller Differenzen, die es in jeder Partnerschaft gibt, niemals vergessen. Gerade jetzt, da im transatlantischen Verhältnis viel Gesprächsbedarf besteht, brauchen wir Begegnung, brauchen wir Wege, die zueinander führen.
Solche Wege wollen wir unter anderem mit dem Deutschlandjahr bauen, das wir derzeit in den Vereinigten Staaten veranstalten. Unter dem Motto „Wunderbar together“ möchten wir mit möglichst vielen Amerikanern ins Gespräch kommen. Die mehr als tausend Veranstaltungen finden nicht nur in den Metropolen statt, sondern verteilt über das ganze Land.
Wie Senator Fulbright bin auch ich fest davon überzeugt, dass es die Begegnungen der Bürgerinnen und Bürger sind, die die Staaten der Welt zu einer echten Staatengemeinschaft machen. So erweist sich das Fulbright-Programm nicht nur für Generationen von Stipendiaten, sondern auch für unsere zwischenstaatlichen Beziehungen als ein Segen. Daher kann ich nur wiederholen: Es ist mir eine große Freude und eine große Ehre, mit dem „Fulbright Prize for International Understanding“ ausgezeichnet zu werden. Dass der erste Preisträger Nelson Mandela hieß, macht diese Ehre noch größer.
Hinzu kommt, dass diese Preisverleihung hier in Deutschland stattfindet und daher viele von Ihnen einen langen Weg auf sich genommen haben. Ich möchte Ihnen dafür danken. Ich möchte Ihnen auch sagen: Vielleicht ist Senator Fulbright heute so modern wie schon seit langer Zeit nicht mehr. Es ist gut, dass wir ihn hatten und dass wir seiner heute gedenken.
Herzlichen Dank.
28. 01. 2019
Donnerstag, 2. August 2018
The World As It Is: Writing for Obama
The World As It Is: Writing for Obama
The World As It Is: Writing for Obama
- NEWS & POLITICS
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In a special series for Crooked Conversations, Ben Rhodes takes a deeper dive into some of the issues and themes that he deals with in his memoir "The World As It Is" about his 10 years working as Deputy National Security Adviser to President Obama. In the first of these conversations, Ben talks to Jon Favreau and Cody Keenan about what it was like to write speeches for a president who already had a strong voice.
Mittwoch, 18. Juli 2018
Dienstag, 17. Juli 2018
Remarks by President Obama at Memorial Service for Former South African President Nelson Mandela | whitehouse.gov
Remarks by President Obama at Memorial Service for Former South African President Nelson Mandela | whitehouse.gov
The White House
Office of the Press Secretary
For Immediate Release
December 10, 2013
Remarks by President Obama at Memorial Service for Former South African President Nelson Mandela
First National Bank Stadium
Johannesburg, South Africa
Johannesburg, South Africa
1:31 P.M. SAST
PRESIDENT OBAMA: Thank you. (Applause.) Thank you so much. Thank you. To Graça Machel and the Mandela family; to President Zuma and members of the government; to heads of states and government, past and present; distinguished guests -- it is a singular honor to be with you today, to celebrate a life like no other. To the people of South Africa -- (applause) -- people of every race and walk of life -- the world thanks you for sharing Nelson Mandela with us. His struggle was your struggle. His triumph was your triumph. Your dignity and your hope found expression in his life. And your freedom, your democracy is his cherished legacy.
It is hard to eulogize any man -- to capture in words not just the facts and the dates that make a life, but the essential truth of a person -- their private joys and sorrows; the quiet moments and unique qualities that illuminate someone’s soul. How much harder to do so for a giant of history, who moved a nation toward justice, and in the process moved billions around the world.
Born during World War I, far from the corridors of power, a boy raised herding cattle and tutored by the elders of his Thembu tribe, Madiba would emerge as the last great liberator of the 20th century. Like Gandhi, he would lead a resistance movement -- a movement that at its start had little prospect for success. Like Dr. King, he would give potent voice to the claims of the oppressed and the moral necessity of racial justice. He would endure a brutal imprisonment that began in the time of Kennedy and Khrushchev, and reached the final days of the Cold War. Emerging from prison, without the force of arms, he would -- like Abraham Lincoln -- hold his country together when it threatened to break apart. And like America’s Founding Fathers, he would erect a constitutional order to preserve freedom for future generations -- a commitment to democracy and rule of law ratified not only by his election, but by his willingness to step down from power after only one term.
Given the sweep of his life, the scope of his accomplishments, the adoration that he so rightly earned, it’s tempting I think to remember Nelson Mandela as an icon, smiling and serene, detached from the tawdry affairs of lesser men. But Madiba himself strongly resisted such a lifeless portrait. (Applause.) Instead, Madiba insisted on sharing with us his doubts and his fears; his miscalculations along with his victories. “I am not a saint,” he said, “unless you think of a saint as a sinner who keeps on trying.”
It was precisely because he could admit to imperfection -- because he could be so full of good humor, even mischief, despite the heavy burdens he carried -- that we loved him so. He was not a bust made of marble; he was a man of flesh and blood -- a son and a husband, a father and a friend. And that’s why we learned so much from him, and that’s why we can learn from him still. For nothing he achieved was inevitable. In the arc of his life, we see a man who earned his place in history through struggle and shrewdness, and persistence and faith. He tells us what is possible not just in the pages of history books, but in our own lives as well.
Mandela showed us the power of action; of taking risks on behalf of our ideals. Perhaps Madiba was right that he inherited, “a proud rebelliousness, a stubborn sense of fairness” from his father. And we know he shared with millions of black and colored South Africans the anger born of, “a thousand slights, a thousand indignities, a thousand unremembered moments…a desire to fight the system that imprisoned my people,” he said.
But like other early giants of the ANC -- the Sisulus and Tambos -- Madiba disciplined his anger and channeled his desire to fight into organization, and platforms, and strategies for action, so men and women could stand up for their God-given dignity. Moreover, he accepted the consequences of his actions, knowing that standing up to powerful interests and injustice carries a price. “I have fought against white domination and I have fought against black domination. I’ve cherished the ideal of a democratic and free society in which all persons live together in harmony and [with] equal opportunities. It is an ideal which I hope to live for and to achieve. But if needs be, it is an ideal for which I am prepared to die.” (Applause.)
Mandela taught us the power of action, but he also taught us the power of ideas; the importance of reason and arguments; the need to study not only those who you agree with, but also those who you don’t agree with. He understood that ideas cannot be contained by prison walls, or extinguished by a sniper’s bullet. He turned his trial into an indictment of apartheid because of his eloquence and his passion, but also because of his training as an advocate. He used decades in prison to sharpen his arguments, but also to spread his thirst for knowledge to others in the movement. And he learned the language and the customs of his oppressor so that one day he might better convey to them how their own freedom depend upon his. (Applause.)
Mandela demonstrated that action and ideas are not enough. No matter how right, they must be chiseled into law and institutions. He was practical, testing his beliefs against the hard surface of circumstance and history. On core principles he was unyielding, which is why he could rebuff offers of unconditional release, reminding the Apartheid regime that “prisoners cannot enter into contracts.”
But as he showed in painstaking negotiations to transfer power and draft new laws, he was not afraid to compromise for the sake of a larger goal. And because he was not only a leader of a movement but a skillful politician, the Constitution that emerged was worthy of this multiracial democracy, true to his vision of laws that protect minority as well as majority rights, and the precious freedoms of every South African.
And finally, Mandela understood the ties that bind the human spirit. There is a word in South Africa -- Ubuntu -- (applause) -- a word that captures Mandela’s greatest gift: his recognition that we are all bound together in ways that are invisible to the eye; that there is a oneness to humanity; that we achieve ourselves by sharing ourselves with others, and caring for those around us.
We can never know how much of this sense was innate in him, or how much was shaped in a dark and solitary cell. But we remember the gestures, large and small -- introducing his jailers as honored guests at his inauguration; taking a pitch in a Springbok uniform; turning his family’s heartbreak into a call to confront HIV/AIDS -- that revealed the depth of his empathy and his understanding. He not only embodied Ubuntu, he taught millions to find that truth within themselves.
It took a man like Madiba to free not just the prisoner, but the jailer as well -- (applause) -- to show that you must trust others so that they may trust you; to teach that reconciliation is not a matter of ignoring a cruel past, but a means of confronting it with inclusion and generosity and truth. He changed laws, but he also changed hearts.
For the people of South Africa, for those he inspired around the globe, Madiba’s passing is rightly a time of mourning, and a time to celebrate a heroic life. But I believe it should also prompt in each of us a time for self-reflection. With honesty, regardless of our station or our circumstance, we must ask: How well have I applied his lessons in my own life? It’s a question I ask myself, as a man and as a President.
We know that, like South Africa, the United States had to overcome centuries of racial subjugation. As was true here, it took sacrifice -- the sacrifice of countless people, known and unknown, to see the dawn of a new day. Michelle and I are beneficiaries of that struggle. (Applause.) But in America, and in South Africa, and in countries all around the globe, we cannot allow our progress to cloud the fact that our work is not yet done.
The struggles that follow the victory of formal equality or universal franchise may not be as filled with drama and moral clarity as those that came before, but they are no less important. For around the world today, we still see children suffering from hunger and disease. We still see run-down schools. We still see young people without prospects for the future. Around the world today, men and women are still imprisoned for their political beliefs, and are still persecuted for what they look like, and how they worship, and who they love. That is happening today. (Applause.)
And so we, too, must act on behalf of justice. We, too, must act on behalf of peace. There are too many people who happily embrace Madiba’s legacy of racial reconciliation, but passionately resist even modest reforms that would challenge chronic poverty and growing inequality. There are too many leaders who claim solidarity with Madiba’s struggle for freedom, but do not tolerate dissent from their own people. (Applause.) And there are too many of us on the sidelines, comfortable in complacency or cynicism when our voices must be heard.
The questions we face today -- how to promote equality and justice; how to uphold freedom and human rights; how to end conflict and sectarian war -- these things do not have easy answers. But there were no easy answers in front of that child born in World War I. Nelson Mandela reminds us that it always seems impossible until it is done. South Africa shows that is true. South Africa shows we can change, that we can choose a world defined not by our differences, but by our common hopes. We can choose a world defined not by conflict, but by peace and justice and opportunity.
We will never see the likes of Nelson Mandela again. But let me say to the young people of Africa and the young people around the world -- you, too, can make his life’s work your own. Over 30 years ago, while still a student, I learned of Nelson Mandela and the struggles taking place in this beautiful land, and it stirred something in me. It woke me up to my responsibilities to others and to myself, and it set me on an improbable journey that finds me here today. And while I will always fall short of Madiba’s example, he makes me want to be a better man. (Applause.) He speaks to what’s best inside us.
After this great liberator is laid to rest, and when we have returned to our cities and villages and rejoined our daily routines, let us search for his strength. Let us search for his largeness of spirit somewhere inside of ourselves. And when the night grows dark, when injustice weighs heavy on our hearts, when our best-laid plans seem beyond our reach, let us think of Madiba and the words that brought him comfort within the four walls of his cell: “It matters not how strait the gate, how charged with punishments the scroll, I am the master of my fate: I am the captain of my soul.”
What a magnificent soul it was. We will miss him deeply. May God bless the memory of Nelson Mandela. May God bless the people of South Africa. (Applause.)
END
1:50 P.M. SAST
1:50 P.M. SAST
Montag, 16. Juli 2018
Sonntag, 15. Juli 2018
Freitag, 13. Juli 2018
Donnerstag, 12. Juli 2018
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