Donnerstag, 27. September 2012

Amerika Dienst: Rede von US-Präsident Obama vor der VN-Generalversammlung in New York


US-Präsident Barack Obama bei den Vereinten Nationen.


VEREINTE NATIONEN
US-Präsident Obama vor der VN-Generalversammlung

Rede des Präsidenten

NEW YORK – (AD) – Nachfolgend veröffentlicht der Amerika Dienst der US-Botschaft in Berlin die Rede von US-Präsident Barack Obama vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York vom 25. September 2012.

Herr Präsident, 
Herr Generalsekretär, 
verehrte Delegierte, 
meine Damen und Herren: 

Ich möchte Ihnen heute zunächst etwas über einen Amerikaner namens Chris Stevens erzählen.

Chris wurde in einer Stadt mit dem Namen Grass Valley in Kalifornien geboren. 

Er war der Sohn eines Anwalts und einer Musikerin. 

Als junger Mann trat Chris dem Peace Corps bei und unterrichtete in Marokko Englisch. 

Er lernte die Menschen in Nordafrika und im Nahen Osten zu lieben und zu respektieren.

Dieses Engagement sollte ihn den Rest seines Lebens begleiten. 

Als Diplomat arbeitete er unter anderem in Ägypten, Syrien, Saudi-Arabien und Libyen. In den Städten, in denen er arbeitete, spazierte er gerne die Straßen entlang, kostete die einheimischen Speisen und versuchte, so viele Leute kennenzulernen wie möglich. Er sprach fließend Arabisch und hörte stets mit einem breiten Lächeln zu.

Chris traf am Anfang der libyschen Revolution auf einem Frachtschiff in Bengasi ein. Als Vertreter der Vereinigten Staaten half er den Libyern dabei, den gewaltsamen Konflikt zu bewältigen, für die Verletzten zu sorgen und erarbeitete eine Zukunftsvision, in der die Rechte aller Libyer respektiert werden würden. Nach der Revolution unterstützte er die neu entstehende Demokratie, in der Libyer Wahlen abhielten, neue Institutionen aufbauten und nach Jahrzehnten der Diktatur nach vorne blickten.

Chris Stevens liebte seine Arbeit. Er war stolz auf das Land, dem er diente, und er sah Würde in den Menschen, die er traf. Vor zwei Wochen reiste er nach Bengasi, um sich über Pläne zum Bau eines neuen Kulturzentrums und der Modernisierung eines Krankenhauses zu informieren. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Gebäudekomplex der Vereinigten Staaten angegriffen. Chris und drei seiner Kollegen wurden in der Stadt getötet, die zu retten er geholfen hatte. Er war 52 Jahre alt.

Ich erzähle Ihnen diese Geschichte, weil Chris Stevens das Beste an Amerika verkörpert. Wie seine Kollegen im auswärtigen Dienst auch, baute er Brücken über Ozeane und Kulturen und engagierte sich sehr für die internationale Zusammenarbeit, für die die Vereinten Nationen stehen. Er handelte in Demut, aber er stand auch für eine Reihe von Prinzipien – die Überzeugung, dass jeder frei über sein eigenes Schicksal entscheiden und in Freiheit und Würde, mit Gerechtigkeit und Chancen leben können sollte.

Die Angriffe auf Zivilisten in Bengasi waren Angriffe auf die Vereinigten Staaten. 

Wir sind dankbar für die Unterstützung, die wir von der libyschen Regierung und den Libyern und Libyerinnen erhalten haben. 

Es sollte keinen Zweifel daran geben, dass wir die Mörder finden und zur Rechenschaft ziehen werden. 

Ich weiß auch zu schätzen, dass die führenden Politiker der Länder in der Region – darunter Ägypten, Tunesien und der Jemen – in den letzten Tagen zu Besonnenheit aufgerufen und Maßnahmen ergriffen haben, um unsere diplomatischen Einrichtungen zu schützen. 

Auch Religionsvertreter auf der ganzen Welt haben dies getan.

Sie müssen aber verstehen, dass die letzten beiden Wochen nicht nur ein Angriff auf die Vereinigten Staaten waren. Sie waren auch ein Angriff auf die Ideale, auf denen die Vereinten Nationen aufgebaut wurden – die Vorstellung, dass Menschen ihre Streitigkeiten friedlich beilegen können, dass Diplomatie an die Stelle von Krieg treten kann, dass in einer vernetzen Welt alle ein Interesse daran haben, auf mehr Chancen und Sicherheit für alle unsere Bürger hinzuarbeiten.
Wenn wir diese Ideale ernsthaft aufrechterhalten wollen, dann wird es nicht ausreichen, mehr Wachpersonal vor einer Botschaft zu postieren oder Erklärungen des Bedauerns zu veröffentlichen und abzuwarten, bis der Aufruhr vorüber ist. 

Wenn wir es ernst meinen mit diesen Idealen, müssen wir ehrlich über die tieferen Ursachen dieser Krise sprechen, denn wir haben die Wahl zwischen den Kräften, die uns spalten und den Hoffnungen, die wir teilen.

Heute müssen wir bekräftigen, dass unsere Zukunft von Menschen wie Chris Stevens bestimmt wird – und nicht von seinen Mördern. 

Heute müssen wir erklären, dass diese Gewalt und diese Intoleranz keinen Platz in unseren Vereinten Nationen haben.

Es ist weniger als zwei Jahre her, dass sich ein Verkäufer in Tunesien in Brand steckte, um gegen die unterdrückerische Korruption in seinem Land zu protestieren, und damit den Arabischen Frühling auslöste. Seitdem ist die Welt gebannt von der Verwandlung, die stattgefunden hat, und die Vereinigten Staaten haben die Kräfte des Wandels unterstützt.

Die Proteste in Tunesien, die zum Sturz eines Diktators führten, haben uns inspiriert, weil wir in den Träumen der Frauen und Männer, die auf die Straße gingen, unsere eigenen Überzeugungen erkannten.

Wir haben auf Wandel in Ägypten bestanden, weil wir durch unsere Unterstützung für die Demokratie letztlich auf der Seite der Menschen standen.

Wir haben den Führungswechsel im Jemen unterstützt, weil der korrupte Status quo nicht mehr den Interessen der Menschen diente.

Wir haben gemeinsam mit einer breiten Koalition und dem Mandat des VN-Sicherheitsrats in Libyen eingegriffen, weil wir die Möglichkeit hatten, den brutalen Mord an Unschuldigen zu verhindern, und weil wir davon überzeugt waren, dass die Sehnsüchte der Menschen mehr Macht haben als ein Tyrann.

Bei diesem Treffen hier erklären wir erneut, dass das Regime von Baschar al-Assad enden  muss, damit das Leid der Syrer enden und es einen Neuanfang geben kann.

Wir haben diese Haltung eingenommen, weil wir der Meinung sind, dass Freiheit und Selbstbestimmung nicht kulturspezifisch sind. 

Dies sind nicht nur amerikanische oder westliche Werte, es sind allgemeingültige Werte. Auch wenn der Übergang zu Demokratie enorme Herausforderungen mit sich bringen wird, so bin ich doch davon überzeugt, dass eine Regierung des Volkes, vom Volk und für das Volk letztlich eher zu der Stabilität, dem Wohlstand und den Chancen für jeden einzelnen führt, die als Basis für Frieden auf unserer Welt dienen.
Erinnern wir uns also daran, dass wir in Zeiten des Fortschritts leben. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten haben Tunesier, Ägypter und Libyer ihre neue Regierung bei Wahlen bestimmt, die glaubwürdig, gerecht und ein wirklicher Wettbewerb waren. 

Diese demokratische Haltung ist nicht auf die arabische Welt beschränkt. Das vergangene Jahr hat friedliche Machtübergänge in Malawi und im Senegal und einen neuen Präsidenten in Somalia gebracht. 

In Burma hat ein Präsident politische Gefangene entlassen und eine geschlossene Gesellschaft geöffnet; eine mutige Dissidentin wurde ins Parlament gewählt, und die Menschen freuen sich auf weitere Reformen. 

Auf der ganzen Welt werden die Stimmen der Menschen gehört, die auf ihre angeborene Würde und das Recht bestehen, ihre Zukunft selbst zu bestimmen.

Dennoch erinnern uns die Aufstände der letzten Wochen daran, dass der Weg zu Demokratie nicht an der Wahlurne endet. 

Nelson Mandela sagte einmal: „Frei zu sein, bedeutet nicht nur, seine Ketten abzuwerfen, sondern auch so zu leben, dass die Freiheit anderer geachtet wird und wächst.“

In einer echten Demokratie können Bürger nicht aufgrund ihrer Überzeugungen inhaftiert werden, und Unternehmen können ohne Bestechung eröffnet werden. Sie beruht auf dem Recht der Bürger, ohne Angst ihre Meinung sagen und sich versammeln zu können, auf Rechtsstaatlichkeit und ordentlichen Gerichtsverfahren, die die Rechte aller Menschen gewährleisten.

Mit anderen Worten: 

Echte Demokratie – echte Freiheit – ist harte Arbeit. Die Machthaber müssen der Versuchung widerstehen, gegen Dissidenten vorzugehen. In wirtschaftlich schweren Zeiten könnte die Versuchung entstehen, sich gegen vermeintliche Feinde – im In- und Ausland – zusammenzuschließen, statt sich auf die beschwerliche Reformarbeit zu konzentrieren.

Zudem wird es immer diejenigen geben, die den Fortschritt für die Menschen nicht wollen – Diktatoren, die sich an die Macht klammern, korrupte Interessen, die vom Status quo abhängig sind, und Extremisten, die die Flammen des Hasses und der Spaltung schüren. Von Nordirland bis Südasien, von Afrika bis Nord- und Südamerika, vom Balkan bis zum pazifischen Raum sind wir Zeugen von Umwälzungen geworden, die den Übergang zu einer neuen politischen Ordnung begleiten können.

Manchmal entstehen Konflikte entlang der Bruchlinien von ethnischen Gruppen und Volksstämmen. Oft entstehen sie auch durch die Schwierigkeit, Tradition und Glauben mit der Vielfalt und gegenseitigen Abhängigkeit der modernen Welt in Einklang zu bringen.

 In jedem Land gibt es diejenigen, die unterschiedliche religiöse Ansichten als Bedrohung empfinden; in jeder Kultur müssen sich diejenigen, die Freiheit für sich in Anspruch nehmen, fragen, wie viel Freiheit sie anderen zugestehen.

Das hat sich in den letzten beiden Wochen gezeigt, als ein primitives und geschmackloses Video zu Ausschreitungen in der muslimischen Welt führte. Ich habe klar gemacht, dass die Regierung der Vereinigten Staaten nichts mit diesem Video zu tun hatte, und dass seine Botschaft von allen zurückgewiesen werden muss, die unsere gemeinsame Menschlichkeit respektieren.

Es ist nicht nur für Muslime, sondern auch für die Vereinigten Staaten eine Beleidigung – denn wie in der Stadt außerhalb dieser Mauern ersichtlich ist, sind wir ein Land, das Menschen jeder Herkunft und jedes Glaubens willkommen heißt. 

Wir sind die Heimat von Muslimen, die im ganzen Land ihren Glauben ausüben.

Wir respektieren nicht nur die Religionsfreiheit, wir haben Gesetze, die jeden einzelnen davor schützen, aufgrund seines Aussehens oder Glaubens verletzt zu werden. 

Wir verstehen, warum man Anstoß an diesem Video nehmen kann, weil Millionen von unseren Bürgerinnen und Bürgern es tun.

Ich weiß, einige fragen, warum wir das Video nicht einfach verbieten. 

Die Antwort findet sich in unseren Gesetzen: 

Unsere Verfassung schützt das Recht auf freie Meinungsäußerung.

Hier in den Vereinigten Staaten gibt es zahllose beleidigende Veröffentlichungen. 

Die meisten Amerikaner sind, wie ich, Christen, und dennoch verbieten wir die Verunglimpfung unserer heiligsten Überzeugungen nicht. 

Als Präsident unseres Landes und Oberbefehlshaber unserer Streitkräfte akzeptiere ich, dass Menschen mich jeden Tag furchtbare Dinge nennen, und ich werde immer ihr Recht verteidigen, das zu tun.

Amerikaner sind auf der ganzen Welt für das Recht aller Menschen, ihre Meinung zu äußern, eingetreten und gestorben, auch wenn diese sich erheblich von unserer Meinung unterscheidet. 

Wir tun das nicht, weil wir Hassreden unterstützen, sondern weil unsere Gründerväter verstanden haben, dass ohne einen solchen Schutz die Fähigkeit jedes Einzelnen, seine Ansichten zu vertreten und seinen Glauben auszuüben, bedroht sein könnte. 

Wir tun dies, weil Bestrebungen zur Einschränkung der Meinungsfreiheit in einer vielfältigen Gesellschaft schnell zu einem Instrument werden können, mit dem Kritiker zum Schweigen gebracht und Minderheiten unterdrückt werden. 
Wir tun dies, weil angesichts der Kraft des Glaubens in unserem Leben und der Leidenschaft, die religiöse Differenzen entflammen können, die stärkste Waffe gegen Hassreden nicht Unterdrückung, sondern mehr freie Rede ist – die Stimmen der Toleranz, die sich gegen Fanatismus und Blasphemie wenden und die Werte wie Verständnis und gegenseitigen Respekt hoch halten.
I
ch weiß, dass nicht alle Länder in diesem Gremium dieses Verständnis von Meinungsfreiheit teilen. Das ist uns bewusst. 

Aber im Jahr 2012, in einer Zeit, in der jeder mit einem Mobiltelefon per Knopfdruck beleidigende Ansichten auf der ganzen Welt verbreiten kann, ist die Vorstellung, dass wir den Informationsfluss kontrollieren könnten, obsolet. 

Die Frage lautet also, wie reagieren wir?


Darauf müssen wir uns einigen: 

Es gibt keine Aussage, die gedankenlose Gewalt rechtfertigt. 

Es gibt keine Worte, die die Ermordung Unschuldiger rechtfertigt. 

Es gibt kein Video, das einen Angriff auf eine Botschaft rechtfertigt. 

Es gibt keine Verleumdung, die als Entschuldigung dient, um ein Restaurant im Libanon niederzubrennen, eine Schule in Tunis zu zerstören oder Tod und Zerstörung über Pakistan zu bringen.

Wenn wir in dieser modernen Welt mit modernen Technologien so auf Hassreden reagieren, kann jeder Einzelne mit einer solchen Rede auf der ganzen Welt Chaos schaffen. Wir stärken die Schlimmsten unter uns, wenn wir so reagieren.

Zudem haben die Ereignisse der vergangenen zwei Wochen auch gezeigt, wie dringend wir alle ehrlich über die Spannungen zwischen dem Westen und der arabischen Welt sprechen müssen, die sich in Richtung Demokratie bewegt.

Ich möchte ganz deutlich sagen: 

Genauso wie die Vereinigten Staaten nicht alle Probleme auf der Welt lösen können, werden wir auch nicht versuchen, den Ausgang der demokratischen Entwicklungen im Ausland zu bestimmen. Wir erwarten nicht, dass andere Nationen in allem mit uns übereinstimmen. 

Wir gehen genauso wenig davon aus, dass die Gewalt der vergangenen Wochen oder die Hassreden einiger Einzelpersonen die Meinung der überwältigenden Mehrheit der Muslime widerspiegeln, wie wir davon ausgehen, dass die Meinung der Menschen, die dieses Video gedreht haben, die Ansicht aller Amerikaner widerspiegelt. 

Allerdings glaube ich, dass die führenden Politiker aller Länder dazu verpflichtet sind, sich deutlich gegen Gewalt und Extremismus auszusprechen.

Es ist an der Zeit, diejenigen auszugrenzen, die den Hass auf die Vereinigten Staaten, auf den Westen oder auf Israel als wichtigstes Ordnungsprinzip ihrer Politik nutzen, auch wenn sie nicht direkt auf Gewalt zurückgreifen. Denn das bietet denjenigen Schutz und manches Mal auch eine Entschuldigung, die Gewalt einsetzen.

Diese Art von Politik – eine, die Ost und West, Nord und Süd, Muslime und Christen, Hindus und Juden gegeneinander ausspielt – kann nicht liefern, was sie verspricht. Den jungen Menschen bietet sie lediglich falsche Hoffnungen. 

Eine amerikanische Flagge zu verbrennen, bietet keinem Kind eine Ausbildung. 

Ein Restaurant zu zerstören, stillt keinen Hunger. 

Eine Botschaft anzugreifen, schafft keine Arbeitsplätze. Diese Art von Politik macht es lediglich schwieriger, das zu erreichen, was wir zusammen tun müssen: unseren Kindern Bildung zu verschaffen und die Chancen zu schaffen, die sie verdienen, die Menschenrechte zu schützen und gewährleisten, dass mehr Menschen in den Genuss des Versprechens der Demokratie kommen.

Sie müssen wissen: 

Die Vereinigten Staaten werden der Welt niemals den Rücken kehren. 

Wir werden diejenigen zur Verantwortung ziehen, die unseren Bürgern und Freunden Schaden zufügen, und wir werden unseren Verbündeten zur Seite stehen. 

Wir wollen mit Ländern auf der ganzen Welt zusammenarbeiten, um die Beziehungen im Bereich Handel und Investitionen, Wissenschaft und Technologie, Energie und Entwicklung zu vertiefen. 

All diese Bemühungen können Wirtschafswachstum für alle Menschen schaffen und den demokratischen Wandel stabilisieren.

Für derartige Bemühungen bedarf es aber gegenseitigen Interesses und gegenseitigen Respekts. Keine Regierung, kein Unternehmen, keine Schule und keine NRO wird mit Zuversicht in einem Land arbeiten, wenn ihre Mitarbeiter in Gefahr sind. Damit die Partnerschaften effektiv sein können, muss die Sicherheit unserer Bürger gewährleistet und unsere Bemühungen erwünscht sein.

Politik, die lediglich auf Wut gründet – die auf einer Teilung der Welt in „wir“ und „sie“ fußt – wirft nicht nur die internationale Zusammenarbeit zurück, sie untergräbt auch letztendlich diejenigen, die diese Politik tolerieren. Wir alle haben ein Interesse daran, gegen diese Kräfte voranzugehen.

Lassen Sie uns nicht vergessen, dass die Muslime am meisten unter Extremismus gelitten haben. 

An dem Tag, als unsere Mitarbeiter in Bengasi getötet wurden, wurde ein türkischer Polizist in Istanbul umgebracht – nur wenige Tage vor seiner Hochzeit, mehr als zehn Jemeniten würden in Sanaa durch eine Autobombe getötet, einige afghanische Kinder betrauerten ihre verstorbenen Eltern, die Tage zuvor durch einen Selbstmordattentäter in Kabul getötet worden waren.

Intoleranz und Gewalt mag sich anfangs gegen den Westen richten, kann aber mit der Zeit nicht mehr darauf beschränkt werden. 

Auch Extremismus wird genutzt, um den Krieg zwischen den Sunniten und den Schiiten, den Stämmen und den Clans zu rechtfertigen. 

Dies führt nicht zu Stärke und Wohlstand, sondern zu Chaos. In weniger als zwei Jahren haben wir erlebt, wie größtenteils friedliche Proteste mehr Wandel in Ländern mit einer mehrheitlich muslimischen Bevölkerung gebracht haben als ein Jahrzehnt voller Gewalt. Und die Extremisten verstehen das. Denn sie haben nichts zu bieten, um das Leben der Menschen zu verbessern, Gewalt ist ihr einziges Mittel, um nicht an Bedeutung zu verlieren. Sie schaffen nichts, sie zerstören nur.

Es ist an der Zeit, den Aufruf zu Gewalt und die Politik der Spaltung hinter sich zu lassen. Bei zahlreichen Themen haben wir die Wahl zwischen einer vielversprechenden Zukunft oder der Vergangenheit, die uns zu Gefangenen macht. Wir können uns keine Fehler leisten. Wir müssen diesen Moment nutzen. Die Vereinigten Staaten sind bereit, mit allen zusammenzuarbeiten, die eine bessere Zukunft wollen.

Die Zukunft darf nicht denjenigen gehören, die koptische Christen in Ägypten angreifen – sie muss denjenigen gehören, die auf dem Tahrir-Platz riefen: „Muslime, Christen – wir sind eins.“ Die Zukunft darf nicht denjenigen gehören, die Frauen schikanieren – sie muss von Mädchen geprägt sein, die zur Schule gehen, und von denjenigen, die für eine Welt eintreten, in der unsere Töchter ihre Träume genauso frei leben können wie unsere Söhne.

Die Zukunft darf nicht den wenigen Korrupten gehören, die die Ressourcen eines Landes stehlen. Sie muss von Studenten und Unternehmern, Arbeitnehmern und Arbeitgebern erobert werden, die mehr Wohlstand für alle möchten. Das sind die Frauen und Männer, denen die Vereinigten Staaten beistehen. Ihre Vision werden wir unterstützen.

Die Zukunft darf nicht denjenigen gehören, die den Propheten des Islam verhöhnen. Um glaubwürdig zu sein, müssen allerdings diejenigen, die die Verhöhnung verurteilen, auch den Hass verurteilen, den wir an entweihten Bildern von Jesus Christus, an zerstörten Kirchen oder bei der Leugnung des Holocausts sehen.

Lassen Sie uns Aufwiegelung gegen Sufisten und schiitische Pilger verurteilen. Es ist an der Zeit, sich die Worte Gandhis in Erinnerung zu rufen: „Intoleranz ist an sich Gewalt, ist ein Hindernis der Entwicklung zu echtem demokratischem Geist.“ Gemeinsam müssen wir für eine Welt arbeiten, in der wir durch unsere Unterschiede gestärkt und nicht durch sie definiert werden. Das ist es, was die Vereinigten Staaten verkörpern, das ist die Vision, die wir unterstützen werden.

Was Israelis und Palästinenser angeht, darf die Zukunft nicht denjenigen gehören, die der Aussicht auf Frieden den Rücken zuwenden. Lassen wir diejenigen zurück, die sich an Konflikten nähren, die das Existenzrecht Israels ablehnen. Der Weg ist lang, aber das Ziel ist klar – ein sicherer, jüdischer Staat Israel und ein unabhängiges, wohlhabendes Palästina. In dem Verständnis, dass solch ein Frieden nur durch ein Abkommen zwischen den Parteien entstehen kann, werden die Vereinigten Staaten mit allen diesen Weg gehen, die dazu bereit sind.

In Syrien darf die Zukunft nicht einem Diktator gehören, der sein Volk ermordet. Wenn es heute eine Sache gibt, die nach weltweitem Protest verlangt, friedlichem Protest, dann ist es ein Regime, das Kinder quält und Raketen auf Wohnhäuser schießt. Wir müssen uns weiterhin engagieren um sicherzustellen, dass etwas, das mit Bürgern begann, die ihre Rechte einforderten, nicht in einem Kreislaufreligiös motivierter Gewalt endet.

Wir müssen gemeinsam an der Seite der Syrer stehen, die an eine andere Vision glauben, an ein geeintes und alle einbeziehendes Syrien, wo Kinder keine Angst vor ihrer Regierung haben müssen und alle Syrer mitbestimmen können, wie sie regiert werden – Sunniten und Alawiten, Kurden und Christen. 

Dafür stehen die Vereinigten Staaten. 

Auf dieses Ergebnis werden wir hinarbeiten, mit Sanktionen und Konsequenzen für diejenigen, die schikanieren, und mit Unterstützung und Beistand für diejenigen, die sich für das Allgemeinwohl einsetzen. Denn wir glauben, dass die Syrer, die diese Vision verfolgen, die Stärke und die Legitimität haben, zu führen.

Im Iran sehen wir, wo der Weg der gewaltsamen und unverantwortlichen Ideologie hinführt. Die iranische Bevölkerung hat eine bemerkenswerte, antike Geschichte, und viele Iraner wünschen sich, in Frieden und Wohlstand mit ihren Nachbarn zu leben. 

Aber so wie die iranische Regierung die Rechte ihres Volkes beschneidet, fördert sie einen Diktator in Damaskus und unterstützt terroristische Gruppen im Ausland. Immer wieder hat sie die Chance verstreichen lassen, ihr Atomprogramm als friedlich zu beweisen und ihre Verpflichtungen gegenüber den Vereinten Nationen zu erfüllen.

Ich sage daher ganz deutlich: 

Die Vereinigten Staaten wollen dieses Problem durch Diplomatie lösen, und wir glauben, dass es noch Zeit und Raum dafür gibt. 

Aber wir haben nicht unendlich viel Zeit. 

Wir achten das Recht der Nationen, Atomkraft friedlich zu nutzen. 

Aber es ist eine der Aufgaben der Vereinten Nationen, sicherzustellen, dass wir diese Kraft für den Frieden nutzen. 

Täuschen Sie sich nicht: 

Ein nuklear bewaffneter Iran ist eine Herausforderung, die nicht kontrolliert werden kann. 

Dies würde die Existenz Israels, die Sicherheit der Golfstaaten und die Stabilität der Weltwirtschaft bedrohen. 

Es bestünde das Risiko eines nuklearen Wettrüstens in der Region sowie der Auflösung des Atomwaffensperrvertrags. 

Daher zieht eine Koalition von Staaten die iranische Regierung zur Verantwortung. Daher werden die Vereinigten Staaten alles tun, um Iran davon abzuhalten, in den Besitz einer Atomwaffe zu gelangen.

Aus schmerzlicher Erfahrung wissen wir, dass der Weg zu Sicherheit und Wohlstand nicht außerhalb der Grenzen internationaler Gesetze und der Achtung der Menschenrechte liegt. 

Aus diesem Grund entstand diese Institution aus den Trümmern von Konflikten. 

Aus diesem Grund hat die Freiheit während des Kalten Krieges über die Tyrannei triumphiert. Dies ist auch die Lektion, die wir während der vergangenen 20 Jahre gelernt haben.

Die Geschichte zeigt, dass Frieden und Fortschritt denen zuteil werden, die die richtigen Entscheidungen treffen. Länder überall auf der Welt bestreiten diesen schweren Weg. 

Europa, der blutigste Kriegsschauplatz des 20. Jahrhunderts, ist geeint, frei und friedlich. 

Von Brasilien bis Südafrika, von der Türkei bis Südkorea, von Indien bis Indonesien:

Menschen unterschiedlicher ethnischer Zugehörigkeit, Religion und Tradition haben Millionen Menschen aus der Armut befreit und zugleich die Rechte ihrer Bürger geachtet und ihre Verantwortung als Nationen erfüllt.

Aufgrund des Fortschritts, den ich im Laufe meines Lebens erlebt habe, des Fortschritts, den ich nach fast vier Jahren im Amt erlebt habe, habe ich noch immer Hoffnung für die Welt, in der wir leben. 

Der Irakkrieg ist vorbei. Die amerikanischen Truppen sind nach Hause zurückgekehrt. 

Wir haben die Übergabe in Afghanistan begonnen, und die Vereinigten Staaten und ihre Partner werden den Krieg wie geplant 2014 beenden. 

Al Kaida ist geschwächt und Osama bin Laden ist tot. 

Die Nationen haben sich zusammengetan, um Nuklearmaterial sicher zu verwahren, und die Vereinigten Staaten und Russland bauen ihre Waffenarsenale ab. 

Von Naypyidaw bis Kairo und Abidjan wurden schwere Entscheidungen getroffen, um den Bürgern mehr Macht zu geben.

In einer Zeit wirtschaftlicher Herausforderungen hat sich die Welt zusammengeschlossen, um mehr Wohlstand zu schaffen. 

Über die G20 haben wir mit den Schwellenländern zusammengearbeitet, damit die Welt weiter auf dem Pfad der Erholung bleibt. 

Die Vereinigten Staaten haben eine Entwicklungsagenda verfolgt, die Wachstum fördert und Abhängigkeitsverhältnisse beendet. 

Wir haben mit afrikanischen Politikern zusammengearbeitet, um sie bei der Ernährung ihrer Bevölkerung zu unterstützen. 

Neue Partnerschaften wurden geschlossen, um Korruption zu bekämpfen und offene und transparente Regierungen zu fördern. 

Wir sind mit der Equal-Futures-Partnerschaft neue Verpflichtungen eingegangen um sicherzustellen, dass Frauen und Mädchen vollständig am politischen Leben teilnehmen und ihre Chancen nutzen können. 

Ich werde im Lauf des Tages unsere Bemühungen zur Bekämpfung der Geißel des Menschenhandels noch beschreiben.

All das macht mir Hoffnung. 

Was mir am meisten Hoffnung macht, sind nicht die Maßnahmen, die wir ergreifen, nicht die Maßnahmen der Politiker, sondern die Menschen, die ich getroffen habe. 

Die amerikanischen Soldaten, die Leib und Leben für Fremde auf der anderen Seite der Erdhalbkugel riskiert haben, die Studenten in Jakarta und Seoul, die ihr Wissen zum Wohl der Menschheit nutzen wollen, die Gesichter auf einem Platz in Prag oder in einem Parlament in Ghana, die sehen, wie ihren Hoffnungen durch Demokratie eine Stimme verliehen wird, die jungen Menschen in den Favelas von Rio und den Schulen in Mumbai, deren Augen glänzen. 

Diese Männer, Frauen und Kinder jeder Herkunft und jedes Glaubens, die mich daran erinnern, dass es für jeden wütenden Mob, der im Fernsehen zu sehen ist, Milliarden Menschen auf der Welt gibt, die ähnliche Hoffnungen und Träume haben. Sie alle zeigen uns, dass die Herzen der Menschen im Gleichklang schlagen.

Dem, was uns voneinander unterscheidet, wird weltweit so viel Aufmerksamkeit beigemessen. Das sehen wir in den Nachrichten. Das beherrscht unsere politischen Debatten. Aber wenn man das alles beiseite lässt, dann sehnen sich Menschen überall nach der Freiheit, ihr Schicksal selbst bestimmen zu können, nach der Würde, die eine bezahlte Arbeit mit sich bringt, nach dem Trost, den Glaube bringt, und nach der Gerechtigkeit, die existiert, wenn Regierungen im Dienste ihrer Bürger arbeiten – und nicht umgekehrt.
Die Vereinigten Staaten von Amerika werden immer für diese Hoffnungen eintreten, für unsere Bürger und alle Menschen auf der Welt. Das ist eines unserer Gründungsprinzipien. Das hat unsere Geschichte gezeigt. Dafür hat Chris Stevens sein ganzes Leben lang gearbeitet. 

Ich verspreche Ihnen: 

Auch lange nachdem die Täter zur Rechenschaft gezogen wurden, wird das Vermächtnis von Chris Stevens weiterleben, und zwar im Leben der Menschen, die ihn kannten – in den Tausenden, die gegen Gewalt durch die Straßen von Bengasi zogen, in den Libyern, die ihr Profilfoto auf Facebook durch ein Bild von Chris ersetzten, in den Schildern, auf denen stand: „Chris Stevens war ein Freund aller Libyer.“

Sie sollten uns Hoffnung geben. Sie sollten uns daran erinnern, dass uns Gerechtigkeit widerfahren wird, solange wir uns dafür einsetzen, dass die Geschichte auf unserer Seite sein wird, und dass die anschwellende Welle der Freiheit niemals aufgehalten werden kann.

Vielen herzlichen Dank.

Originaltext: 

Remarks by the President to the UN General Assembly

Herausgeber des Amerika Dienst:


US-Botschaft Berlin, Abteilung für öffentliche Angelegenheiten

Bitte geben Sie bei Abdruck der vom Amerika Dienst übersetzten Texte diesen als Quelle an.


Hier können Sie sich ein Video mit der Rede von US-Präsident Barack Obama vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York vom 25. September 2012 ansehen. 




Dienstag, 25. September 2012

US-President Barack Obama ´s speech to the UN General Assembly | The White House






The White House
Office of the Press Secretary

Remarks by the President to the UN General Assembly

United Nations Headquarters
New York, New York 

10:22 A.M. EDT

THE PRESIDENT:  Mr. President, Mr. Secretary General, fellow delegates, ladies and gentleman:  I would like to begin today by telling you about an American named Chris Stevens.

Chris was born in a town called Grass Valley, California, the son of a lawyer and a musician.  As a young man, Chris joined the Peace Corps, and taught English in Morocco.  And he came to love and respect the people of North Africa and the Middle East. He would carry that commitment throughout his life.  As a diplomat, he worked from Egypt to Syria, from Saudi Arabia to Libya.  He was known for walking the streets of the cities where he worked -- tasting the local food, meeting as many people as he could, speaking Arabic, listening with a broad smile. 

Chris went to Benghazi in the early days of the Libyan revolution, arriving on a cargo ship.  As America’s representative, he helped the Libyan people as they coped with violent conflict, cared for the wounded, and crafted a vision for the future in which the rights of all Libyans would be respected. And after the revolution, he supported the birth of a new democracy, as Libyans held elections, and built new institutions, and began to move forward after decades of dictatorship.

Chris Stevens loved his work.  He took pride in the country he served, and he saw dignity in the people that he met.  And two weeks ago, he traveled to Benghazi to review plans to establish a new cultural center and modernize a hospital.  That’s when America’s compound came under attack.  Along with three of his colleagues, Chris was killed in the city that he helped to save. He was 52 years old. 

I tell you this story because Chris Stevens embodied the best of America.  Like his fellow Foreign Service officers, he built bridges across oceans and cultures, and was deeply invested in the international cooperation that the United Nations represents.  He acted with humility, but he also stood up for a set of principles -- a belief that individuals should be free to determine their own destiny, and live with liberty, dignity, justice, and opportunity. 

The attacks on the civilians in Benghazi were attacks on America.  We are grateful for the assistance we received from the Libyan government and from the Libyan people.  There should be no doubt that we will be relentless in tracking down the killers and bringing them to justice.  And I also appreciate that in recent days, the leaders of other countries in the region -- including Egypt, Tunisia and Yemen -- have taken steps to secure our diplomatic facilities, and called for calm.  And so have religious authorities around the globe.

But understand, the attacks of the last two weeks are not simply an assault on America.  They are also an assault on the very ideals upon which the United Nations was founded -- the notion that people can resolve their differences peacefully; that diplomacy can take the place of war; that in an interdependent world, all of us have a stake in working towards greater opportunity and security for our citizens.

If we are serious about upholding these ideals, it will not be enough to put more guards in front of an embassy, or to put out statements of regret and wait for the outrage to pass.  If we are serious about these ideals, we must speak honestly about the deeper causes of the crisis -- because we face a choice between the forces that would drive us apart and the hopes that we hold in common.

Today, we must reaffirm that our future will be determined by people like Chris Stevens -- and not by his killers.  Today, we must declare that this violence and intolerance has no place among our United Nations.

It has been less than two years since a vendor in Tunisia set himself on fire to protest the oppressive corruption in his country, and sparked what became known as the Arab Spring.  And since then, the world has been captivated by the transformation that’s taken place, and the United States has supported the forces of change.

We were inspired by the Tunisian protests that toppled a dictator, because we recognized our own beliefs in the aspiration of men and women who took to the streets.

We insisted on change in Egypt, because our support for democracy ultimately put us on the side of the people. 

We supported a transition of leadership in Yemen, because the interests of the people were no longer being served by a corrupt status quo.

We intervened in Libya alongside a broad coalition, and with the mandate of the United Nations Security Council, because we had the ability to stop the slaughter of innocents, and because we believed that the aspirations of the people were more powerful than a tyrant.

And as we meet here, we again declare that the regime of Bashar al-Assad must come to an end so that the suffering of the Syrian people can stop and a new dawn can begin.

We have taken these positions because we believe that freedom and self-determination are not unique to one culture.  These are not simply American values or Western values -- they are universal values.  And even as there will be huge challenges to come with a transition to democracy, I am convinced that ultimately government of the people, by the people, and for the people is more likely to bring about the stability, prosperity, and individual opportunity that serve as a basis for peace in our world.

So let us remember that this is a season of progress.  For the first time in decades, Tunisians, Egyptians and Libyans voted for new leaders in elections that were credible, competitive, and fair.  This democratic spirit has not been restricted to the Arab world.  Over the past year, we’ve seen peaceful transitions of power in Malawi and Senegal, and a new President in Somalia.  In Burma, a President has freed political prisoners and opened a closed society, a courageous dissident has been elected to parliament, and people look forward to further reform.  Around the globe, people are making their voices heard, insisting on their innate dignity, and the right to determine their future.

And yet the turmoil of recent weeks reminds us that the path to democracy does not end with the casting of a ballot.  Nelson Mandela once said:  "To be free is not merely to cast off one’s chains, but to live in a way that respects and enhances the freedom of others."  (Applause.) 

True democracy demands that citizens cannot be thrown in jail because of what they believe, and that businesses can be opened without paying a bribe.  It depends on the freedom of citizens to speak their minds and assemble without fear, and on the rule of law and due process that guarantees the rights of all people.

In other words, true democracy -- real freedom -- is hard work.  Those in power have to resist the temptation to crack down on dissidents.  In hard economic times, countries must be tempted -- may be tempted to rally the people around perceived enemies, at home and abroad, rather than focusing on the painstaking work of reform.

Moreover, there will always be those that reject human progress -- dictators who cling to power, corrupt interests that depend on the status quo, and extremists who fan the flames of hate and division.  From Northern Ireland to South Asia, from Africa to the Americas, from the Balkans to the Pacific Rim, we’ve witnessed convulsions that can accompany transitions to a new political order. 

At time, the conflicts arise along the fault lines of race or tribe.  And often they arise from the difficulties of reconciling tradition and faith with the diversity and interdependence of the modern world.  In every country, there are those who find different religious beliefs threatening; in every culture, those who love freedom for themselves must ask themselves how much they’re willing to tolerate freedom for others.

That is what we saw play out in the last two weeks, as a crude and disgusting video sparked outrage throughout the Muslim world.  Now, I have made it clear that the United States government had nothing to do with this video, and I believe its message must be rejected by all who respect our common humanity.

It is an insult not only to Muslims, but to America as well -- for as the city outside these walls makes clear, we are a country that has welcomed people of every race and every faith.  We are home to Muslims who worship across our country.  We not only respect the freedom of religion, we have laws that protect individuals from being harmed because of how they look or what they believe.  We understand why people take offense to this video because millions of our citizens are among them.

I know there are some who ask why we don’t just ban such a video.  And the answer is enshrined in our laws:  Our Constitution protects the right to practice free speech. 

Here in the United States, countless publications provoke offense.  Like me, the majority of Americans are Christian, and yet we do not ban blasphemy against our most sacred beliefs.  As President of our country and Commander-in-Chief of our military, I accept that people are going to call me awful things every day -- (laughter) -- and I will always defend their right to do so.  (Applause.) 

Americans have fought and died around the globe to protect the right of all people to express their views, even views that we profoundly disagree with.  We do not do so because we support hateful speech, but because our founders understood that without such protections, the capacity of each individual to express their own views and practice their own faith may be threatened.  We do so because in a diverse society, efforts to restrict speech can quickly become a tool to silence critics and oppress minorities. 

We do so because given the power of faith in our lives, and the passion that religious differences can inflame, the strongest weapon against hateful speech is not repression; it is more speech -- the voices of tolerance that rally against bigotry and blasphemy, and lift up the values of understanding and mutual respect.

Now, I know that not all countries in this body share this particular understanding of the protection of free speech.  We recognize that.  But in 2012, at a time when anyone with a cell phone can spread offensive views around the world with the click of a button, the notion that we can control the flow of information is obsolete.  The question, then, is how do we respond? 

And on this we must agree:  There is no speech that justifies mindless violence.  (Applause.)  There are no words that excuse the killing of innocents.  There's no video that justifies an attack on an embassy.  There's no slander that provides an excuse for people to burn a restaurant in Lebanon, or destroy a school in Tunis, or cause death and destruction in Pakistan. 

In this modern world with modern technologies, for us to respond in that way to hateful speech empowers any individual who engages in such speech to create chaos around the world.  We empower the worst of us if that’s how we respond. 

More broadly, the events of the last two weeks also speak to the need for all of us to honestly address the tensions between the West and the Arab world that is moving towards democracy. 
Now, let me be clear:  Just as we cannot solve every problem in the world, the United States has not and will not seek to dictate the outcome of democratic transitions abroad.  We do not expect other nations to agree with us on every issue, nor do we assume that the violence of the past weeks or the hateful speech by some individuals represent the views of the overwhelming majority of Muslims, any more than the views of the people who produced this video represents those of Americans.  However, I do believe that it is the obligation of all leaders in all countries to speak out forcefully against violence and extremism.  (Applause.) 

It is time to marginalize those who -- even when not directly resorting to violence -- use hatred of America, or the West, or Israel, as the central organizing principle of politics. For that only gives cover, and sometimes makes an excuse, for those who do resort to violence.

That brand of politics -- one that pits East against West, and South against North, Muslims against Christians and Hindu and Jews -- can’t deliver on the promise of freedom.  To the youth, it offers only false hope.  Burning an American flag does nothing to provide a child an education.  Smashing apart a restaurant does not fill an empty stomach.  Attacking an embassy won’t create a single job.  That brand of politics only makes it harder to achieve what we must do together:  educating our children, and creating the opportunities that they deserve; protecting human rights, and extending democracy’s promise.

Understand America will never retreat from the world.  We will bring justice to those who harm our citizens and our friends, and we will stand with our allies.  We are willing to partner with countries around the world to deepen ties of trade and investment, and science and technology, energy and development -- all efforts that can spark economic growth for all our people and stabilize democratic change. 

But such efforts depend on a spirit of mutual interest and mutual respect.  No government or company, no school or NGO will be confident working in a country where its people are endangered.  For partnerships to be effective our citizens must be secure and our efforts must be welcomed.

A politics based only on anger -- one based on dividing the world between "us" and "them" -- not only sets back international cooperation, it ultimately undermines those who tolerate it.  All of us have an interest in standing up to these forces. 

Let us remember that Muslims have suffered the most at the hands of extremism.  On the same day our civilians were killed in Benghazi, a Turkish police officer was murdered in Istanbul only days before his wedding; more than 10 Yemenis were killed in a car bomb in Sana’a; several Afghan children were mourned by their parents just days after they were killed by a suicide bomber in Kabul.

The impulse towards intolerance and violence may initially be focused on the West, but over time it cannot be contained.  The same impulses toward extremism are used to justify war between Sunni and Shia, between tribes and clans.  It leads not to strength and prosperity but to chaos.  In less than two years, we have seen largely peaceful protests bring more change to Muslim-majority countries than a decade of violence.  And extremists understand this.  Because they have nothing to offer to improve the lives of people, violence is their only way to stay relevant.  They don’t build; they only destroy.

It is time to leave the call of violence and the politics of division behind.  On so many issues, we face a choice between the promise of the future, or the prisons of the past.  And we cannot afford to get it wrong.  We must seize this moment.  And America stands ready to work with all who are willing to embrace a better future.

The future must not belong to those who target Coptic Christians in Egypt -- it must be claimed by those in Tahrir Square who chanted, "Muslims, Christians, we are one."  The future must not belong to those who bully women -- it must be shaped by girls who go to school, and those who stand for a world where our daughters can live their dreams just like our sons.  (Applause.) 

The future must not belong to those corrupt few who steal a country’s resources -- it must be won by the students and entrepreneurs, the workers and business owners who seek a broader prosperity for all people.  Those are the women and men that America stands with; theirs is the vision we will support.

The future must not belong to those who slander the prophet of Islam.  But to be credible, those who condemn that slander must also condemn the hate we see in the images of Jesus Christ that are desecrated, or churches that are destroyed, or the Holocaust that is denied.  (Applause.)

Let us condemn incitement against Sufi Muslims and Shiite pilgrims.  It’s time to heed the words of Gandhi:  "Intolerance is itself a form of violence and an obstacle to the growth of a true democratic spirit."  (Applause.)  Together, we must work towards a world where we are strengthened by our differences, and not defined by them.  That is what America embodies, that’s the vision we will support.

Among Israelis and Palestinians, the future must not belong to those who turn their backs on a prospect of peace.  Let us leave behind those who thrive on conflict, those who reject the right of Israel to exist.  The road is hard, but the destination is clear -- a secure, Jewish state of Israel and an independent, prosperous Palestine.  (Applause.)  Understanding that such a peace must come through a just agreement between the parties, America will walk alongside all who are prepared to make that journey.

In Syria, the future must not belong to a dictator who massacres his people.  If there is a cause that cries out for protest in the world today, peaceful protest, it is a regime that tortures children and shoots rockets at apartment buildings.  And we must remain engaged to assure that what began with citizens demanding their rights does not end in a cycle of sectarian violence. 

Together, we must stand with those Syrians who believe in a different vision -- a Syria that is united and inclusive, where children don’t need to fear their own government, and all Syrians have a say in how they are governed -- Sunnis and Alawites, Kurds and Christians.  That’s what America stands for.  That is the outcome that we will work for -- with sanctions and consequences for those who persecute, and assistance and support for those who work for this common good.  Because we believe that the Syrians who embrace this vision will have the strength and the legitimacy to lead.

In Iran, we see where the path of a violent and unaccountable ideology leads.  The Iranian people have a remarkable and ancient history, and many Iranians wish to enjoy peace and prosperity alongside their neighbors.  But just as it restricts the rights of its own people, the Iranian government continues to prop up a dictator in Damascus and supports terrorist groups abroad.  Time and again, it has failed to take the opportunity to demonstrate that its nuclear program is peaceful, and to meet its obligations to the United Nations.

So let me be clear.  America wants to resolve this issue through diplomacy, and we believe that there is still time and space to do so.  But that time is not unlimited.  We respect the right of nations to access peaceful nuclear power, but one of the purposes of the United Nations is to see that we harness that power for peace.  And make no mistake, a nuclear-armed Iran is not a challenge that can be contained.  It would threaten the elimination of Israel, the security of Gulf nations, and the stability of the global economy.  It risks triggering a nuclear-arms race in the region, and the unraveling of the non-proliferation treaty.  That’s why a coalition of countries is holding the Iranian government accountable.  And that’s why the United States will do what we must to prevent Iran from obtaining a nuclear weapon.

We know from painful experience that the path to security and prosperity does not lie outside the boundaries of international law and respect for human rights.  That’s why this institution was established from the rubble of conflict.  That is why liberty triumphed over tyranny in the Cold War.  And that is the lesson of the last two decades as well. 

History shows that peace and progress come to those who make the right choices.  Nations in every part of the world have traveled this difficult path.  Europe, the bloodiest battlefield of the 20th century, is united, free and at peace.  From Brazil to South Africa, from Turkey to South Korea, from India to Indonesia, people of different races, religions, and traditions have lifted millions out of poverty, while respecting the rights of their citizens and meeting their responsibilities as nations.

And it is because of the progress that I’ve witnessed in my own lifetime, the progress that I’ve witnessed after nearly four years as President, that I remain ever hopeful about the world that we live in.  The war in Iraq is over.  American troops have come home.  We’ve begun a transition in Afghanistan, and America and our allies will end our war on schedule in 2014.  Al Qaeda has been weakened, and Osama bin Laden is no more.  Nations have come together to lock down nuclear materials, and America and Russia are reducing our arsenals.  We have seen hard choices made -- from Naypyidaw to Cairo to Abidjan -- to put more power in the hands of citizens.

At a time of economic challenge, the world has come together to broaden prosperity.  Through the G20, we have partnered with emerging countries to keep the world on the path of recovery.  America has pursued a development agenda that fuels growth and breaks dependency, and worked with African leaders to help them feed their nations.  New partnerships have been forged to combat corruption and promote government that is open and transparent, and new commitments have been made through the Equal Futures Partnership to ensure that women and girls can fully participate in politics and pursue opportunity.  And later today, I will discuss our efforts to combat the scourge of human trafficking.

All these things give me hope.  But what gives me the most hope is not the actions of us, not the actions of leaders -- it is the people that I’ve seen.  The American troops who have risked their lives and sacrificed their limbs for strangers half a world away; the students in Jakarta or Seoul who are eager to use their knowledge to benefit mankind; the faces in a square in Prague or a parliament in Ghana who see democracy giving voice to their aspirations; the young people in the favelas of Rio and the schools of Mumbai whose eyes shine with promise.  These men, women, and children of every race and every faith remind me that for every angry mob that gets shown on television, there are billions around the world who share similar hopes and dreams.  They tell us that there is a common heartbeat to humanity.

So much attention in our world turns to what divides us.  That’s what we see on the news.  That's what consumes our political debates.  But when you strip it all away, people everywhere long for the freedom to determine their destiny; the dignity that comes with work; the comfort that comes with faith; and the justice that exists when governments serve their people  -- and not the other way around.

The United States of America will always stand up for these aspirations, for our own people and for people all across the world.  That was our founding purpose.  That is what our history shows.  That is what Chris Stevens worked for throughout his life.

And I promise you this:  Long after the killers are brought to justice, Chris Stevens’s legacy will live on in the lives that he touched -- in the tens of thousands who marched against violence through the streets of Benghazi; in the Libyans who changed their Facebook photo to one of Chris; in the signs that read, simply, "Chris Stevens was a friend to all Libyans."

They should give us hope.  They should remind us that so long as we work for it, justice will be done, that history is on our side, and that a rising tide of liberty will never be reversed.

Thank you very much.  (Applause.)

END          

10:16 A.M. EDT


See the Video with  US-President Barack Obama ´s  speech to the UN General Assembly | The White House  here